Implied Probability & Buchmacher-Marge: Quoten richtig lesen

Max Reichelt
Max Reichelt Autor
Tippster & Anbieter Tester

Wenn Du Value finden willst, musst Du Quoten in Wahrscheinlichkeiten übersetzen können. Denn eine Quote ist am Ende nur eine Zahl, die sagt: Wie wahrscheinlich hält der Markt ein Ergebnis – plus Aufschlag des Buchmachers. Genau dieser Aufschlag ist die Buchmacher-Marge (auch Overround genannt). Und sie ist der Grund, warum „50/50“ in der Praxis fast nie wirklich 50/50 ist.

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Implied Probability: Von der Quote zur Wahrscheinlichkeit

Die implied probability ist die vom Markt „implizierte“ Wahrscheinlichkeit einer Quote. Bei Dezimalquoten ist die Rechnung sehr einfach:

Implied Probability = 1 / Quote

Beispiele:

Das ist der erste Schritt: Du verstehst, was die Quote eigentlich aussagt.

Warum „50/50“ selten wirklich 50/50 ist

In einem fairen Markt ohne Marge müssten sich die Wahrscheinlichkeiten aller möglichen Ausgänge zu 100 % aufsummieren. In der Realität liegen sie aber darüber, weil der Buchmacher seine Marge einpreist.

Das bedeutet: Selbst wenn ein Spiel aus Marktsicht „ausgeglichen“ ist, bekommst Du oft nicht 2,00 / 2,00, sondern z. B. 1,91 / 1,91. Beide Quoten wirken fast wie 50/50 – sind es aber nicht.

Vergleichsgrafik - faire Quoten ohne Marge gegenüber Buchmacher-Quoten mit Marge die zeigen, dass die Marge über schlechtere Quoten bezahlt wird.

Buchmacher-Marge (Overround): So erkennst du den Aufschlag

Die Marge misst, wie stark die Summe der implied probabilities über 100 % liegt.

Vorgehen:

  1. implied probability für jeden Ausgang berechnen
  2. alle Wahrscheinlichkeiten addieren
  3. Ergebnis über 100 % = Overround / Marge

Beispiel: 2-Weg-Markt (z. B. Tennis)

Quote A: 1,91 → 1 / 1,91 = 52,36 %
Quote B: 1,91 → 52,36 %
→ Summe: 104,72 %

Das heißt: Der Buchmacher „verkauft“ dir zusammen 104,72 % Wahrscheinlichkeit. Die Differenz zu 100 % ist der eingepreiste Vorteil des Buchmachers.

Faustregel: Je höher der Overround, desto schlechter sind die Quoten für dich.

3-Weg-Märkte: Warum die Marge dort oft stärker spürbar ist

Bei Fußball 1X2 addierst Du die drei implied probabilities. Gerade in 3-Weg-Märkten ist die Marge häufig höher als in 2-Weg-Märkten, weil mehr Ausgänge bepreist werden und der Buchmacher mehr Spielraum hat.

Du musst dafür nichts kompliziert machen: Wenn Du Quoten vergleichen willst, ist der Overround ein schneller Qualitäts-Check.

Was Du aus der Marge praktisch ableiten kannst

Value Betting, implied probability und Line Shopping hängen eng zusammen: Du suchst nicht nur gute Tipps, sondern gute Preise.

Beispiel: Wann eine Quote „Value” sein kann

Du siehst Quote 2,10.
Implied probability: 1 / 2,10 = 47,6 %

Wenn Du nach Analyse glaubst, dass die echte Wahrscheinlichkeit eher bei 52 % liegt, dann liegt Value vor. Nicht, weil Du sicher gewinnst, sondern weil der Erwartungswert positiv wird.

Fazit

Implied probability hilft dir, Quoten korrekt zu lesen. Die Buchmacher-Marge erklärt, warum du selten „faire“ Preise bekommst. Wenn du Value finden willst, brauchst du beides: Quoten in Wahrscheinlichkeiten übersetzen und erkennen, wie teuer ein Markt durch den Overround wirklich ist.

FAQ

Nein. Es ist die Marktannahme aus der Quote – inklusive Marge.

Je niedriger, desto besser. Exakte Werte hängen vom Markt ab, aber als Prinzip gilt: weniger Overround = bessere Preise.

Weil du gegen einen eingebauten Nachteil startest. Je höher die Marge, desto schwerer ist es, langfristig im Plus zu landen.

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Max Reichelt Autor
Tippster & Anbieter Tester

Max erstellt Reviews und Analysen rund um Sportwetten und Anbieter. Er prüft Wettmärkte, Quoten und Bonusbedingungen nach klaren Kriterien – sachlich, nachvollziehbar und ohne Gewinnversprechen.

Zuletzt aktualisiert am 02.02.2026 um 12:49