Flat Staking / Units: Die einfache Einsatzstrategie für mehr Kontrolle

Max Reichelt
Max Reichelt Autor
Tippster & Anbieter Tester

Flat Staking (auch „Flat Betting“ oder „Units-System“) ist eine der simpelsten und gleichzeitig sinnvollsten Einsatzstrategien im Sportwetten-Bereich. Die Idee ist schnell erklärt: Du setzt bei jeder Wette immer denselben Einsatz. Dadurch nimmst Du Emotionen aus dem Prozess, verhinderst typische Anfängerfehler und bekommst eine saubere Grundlage, um Deine Ergebnisse objektiv auszuwerten.

Flat Staking ist keine „Tipp-Methode“, die automatisch zu Gewinnen führt. Es ist ein Einsatzsystem, das Dir hilft, Deine Bankroll zu schützen und langfristig stabil zu bleiben – besonders in Phasen, in denen mehrere Wetten hintereinander verloren gehen.

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Was bedeutet Flat Staking genau?

Beim Flat Staking bleibt der Einsatz konstant. Egal ob Dir eine Wette sehr sicher oder eher knapp vorkommt: Du setzt immer denselben Betrag. Viele arbeiten dabei mit Units. Eine Unit ist eine feste Einsatz-Einheit, die Du einmal definierst und anschließend konsequent nutzt.

Beispiel: Du setzt 1 Unit pro Wette. Wenn 1 Unit bei Dir 5 € entspricht, setzt Du bei jeder Einzelwette 5 €. Das gilt unabhängig von Quote, Stimmung oder dem Ergebnis der letzten Wette.

Was ist eine Unit und wie groß sollte sie sein?

Eine Unit ist Deine persönliche Einsatzgröße. In der Praxis setzen viele 1 Unit als kleinen Anteil der Bankroll an, häufig zwischen 0,5 % und 2 %. Je konservativer Du starten willst oder je stärker Du zu impulsiven Einsätzen neigst, desto kleiner sollte die Unit sein.

Wichtig ist, dass sich die Unit „langweilig“ anfühlt. Wenn Dich 1 Unit emotional stresst, ist sie zu hoch. Flat Staking funktioniert am besten, wenn Du auch eine Pechsträhne mental aushältst, ohne an der Strategie zu rütteln.

Unit-Rechner als Tabelle
Bankroll 0,5 % Unit 1 % Unit 2 % Unit
100 € 0,50 € 1,00 € 2,00 €
200 € 1,00 € 2,00 € 4,00 €
300 € 1,50 € 3,00 € 6,00 €
500 € 2,50 € 5,00 € 10,00 €
1.000 € 5,00 € 10,00 € 20,00 €
2.000 € 10,00 € 20,00 € 40,00 €

Wenn Du ein konservatives Setup willst, ist 1 % für viele ein guter Startpunkt. Bei sehr hoher Varianz oder wenn Du noch keine Routine hast, kann 0,5 % sinnvoller sein.

So nutzt Du Flat Staking richtig

Du brauchst keine komplizierte Formel. Entscheidend ist Konstanz.

Zuerst legst Du Deine Bankroll fest. Das ist ein Budget, das Du bewusst fürs Wetten reservierst und nicht mit Alltagsausgaben vermischst. Danach definierst Du die Unit-Größe und setzt ab diesem Moment bei jeder Wette denselben Einsatz, zum Beispiel 1 Unit.

Wenn Du mit 2 Units arbeiten willst, ist das ebenfalls möglich, solange es ein festes System bleibt, das Du nicht „nach Gefühl“ änderst. Der größte Fehler ist, nach Verlusten plötzlich hochzugehen oder nach Gewinnen „weil es gerade läuft“ mehr zu setzen. Genau das macht Wetten teuer.

Flatt Staking vs. Proportional vs. Kelly: Wann passt was?

Flat Staking ist ideal, wenn Du Stabilität willst, Deine Wettqualität erst testen möchtest oder einfach eine saubere Routine brauchst. Du setzt konstant, bleibst ruhig und bekommst saubere Daten fürs Tracking.

Proportional Staking ist der nächste Schritt, wenn Du weiterhin simpel bleiben willst, aber Deine Einsätze automatisch mit der Bankroll wachsen oder sinken sollen. Du setzt zum Beispiel immer 1–2 % der Bankroll. Das bleibt nachvollziehbar, verlangt aber Disziplin, weil sich Einsätze nach oben und unten spürbarer verändern.

Kelly-Staking ist ein mathematischer Ansatz, bei dem der Einsatz von Deinem geschätzten Vorteil und der Quote abhängt. Das kann sinnvoll sein, wenn Du Deine Wahrscheinlichkeiten wirklich belastbar einschätzen kannst. In der Praxis ist das schwierig, weil viele ihren Vorteil überschätzen. Dann wird Kelly schnell unnötig volatil. Deshalb nutzen viele, die Kelly überhaupt einsetzen, eine abgeschwächte Variante.

Für die meisten ist Flat Staking die beste Basis. Proportional ist eine gute Zwischenstufe. Kelly ist eher etwas für Fortgeschrittene mit sauberem Modell und konsequentem Tracking.

Vergleich der Einsatzstrategien Flat Staking (Units), Proportional Staking und Kelly – mit kurzer Erklärung, Risiko-Einschätzung und Eignung für Einsteiger.

Häufige Fehler beim Flat Staking

Der Klassiker ist eine zu große Unit. Dann fühlt sich jede Wette zu „wichtig“ an und Du wirst automatisch emotional. Ein zweiter typischer Fehler ist das Nachsetzen nach Verlusten, also eine versteckte Martingale-Logik. Das ist kein Flat Staking mehr, sondern Risikosteigerung aus Frust.

Auch Kombiwetten werden oft falsch behandelt. Kombis haben deutlich mehr Varianz als Einzelwetten. Wenn Du Kombis spielst, dann entweder mit sehr kleinen Units oder als separates Fun-Budget, das Deine normale Einsatzlogik nicht zerstört.

Ein weiterer Punkt ist das ständige Anpassen der Unit. Wenn Du die Unit nach jedem Tag änderst, verlierst Du den Sinn des Systems. Flat Staking lebt von Stabilität über einen festen Zeitraum.

Zyklus-Ansatz: So passt Du Deine Unit sinnvoll an

Eine gute Praxis ist, Deine Unit nicht ständig, sondern in festen Zyklen zu überprüfen. Das macht das System stabil und verhindert, dass Du aus Emotionen heraus nachjustierst.

Du kannst dafür zum Beispiel einen 30-Tage-Zyklus verwenden: In diesem Zeitraum setzt Du strikt 1 Unit pro Wette. Am Ende des Zyklus schaust Du auf die Bankroll und definierst die Unit neu, wieder als fixer Prozentsatz.

1) Start: Bankroll festlegen und Unit definieren.


Start der Einsatzstrategie Bankroll festlegen

2) Flat-Phase: Jede Wette mit dem gleichen Einsatz (z. B. 1 Unit) – konsequent durchziehen.


Konstante Einsätze pro Wette über einen festen Zeitraum

3) Review: Ergebnisse prüfen und Unit für den nächsten Zyklus neu kalibrieren.


Ergebnisse prüfen und Unit anhand der Bankroll neu festlegen

Kurzfazit

Flat Staking ist nicht spektakulär und genau deshalb ist es so gut. Du setzt konstant, bleibst ruhig, schützt Deine Bankroll und bekommst eine verlässliche Grundlage, um Deine Wetten auszuwerten. Wenn Du langfristig besser werden willst, ist das Units-System ein sinnvoller Startpunkt, bevor Du Dich an dynamischere Einsatzmodelle wie Proportional Staking oder Kelly wagst.

Max Reichelt Autor
Tippster & Anbieter Tester

Max erstellt Reviews und Analysen rund um Sportwetten und Anbieter. Er prüft Wettmärkte, Quoten und Bonusbedingungen nach klaren Kriterien – sachlich, nachvollziehbar und ohne Gewinnversprechen.

Zuletzt aktualisiert am 06.02.2026 um 19:10