Bankroll Management - Einsätze richtig planen & Verluste vermeiden
Sportwetten können Spaß machen, aber ohne Einsatzplan wird’s schnell teuer. Viele verlieren nicht, weil sie „schlecht tippen“, sondern weil sie zu hoch setzen, nach Verlusten unruhig werden und dann anfangen zu jagen.
Bankroll Management bringt genau hier Struktur rein: Du legst ein fixes Wettbudget fest und setzt so, dass auch eine normale Pechsträhne Dich nicht sofort aus dem Spiel wirft.
Merke: Bankroll Management macht Dich nicht automatisch profitabel, aber es verhindert, dass Du wegen schlechter Einsatzplanung unnötig Kapital verlierst.
Was ist eine Bankroll?
Deine Bankroll ist Dein persönliches Wettbudget, also Geld, das Du bewusst fürs Wetten reservierst und im Idealfall getrennt vom Alltag hältst (Miete, Fixkosten, Einkäufe).
Der wichtigste Punkt: Wenn Du „gewinnen musst“, setzt Du automatisch schlechter. Dann wird jede Wette emotional – und genau das führt zu schlechten Entscheidungen.
Beispiel:
Wenn Du 300 € als Bankroll festlegst, dann ist das Dein kompletter “Wett-Topf”. Alles, was Du setzt, wird daraus geplant – nicht spontan nach Gefühl.
Die 1–2%-Regel als Standard
Viele erfahrene Sportwetter setzen pro Tipp nur einen kleinen Teil ihrer Bankroll, oft 1–2 %. Das ist ein stabiler Richtwert.
| Bankroll | 1% Einsatz | 2% Einsatz | 5% (Obergrenze, riskant) |
|---|---|---|---|
| 100 € | 1 € | 2 € | 5 € |
| 250 € | 2,50 € | 5 € | 12,50 € |
| 500 € | 5 € | 10 € | 25 € |
| 1.000 € | 10 € | 20 € | 50 € |
Kurz gesagt:
Je höher Dein Einsatz pro Wette, desto schneller kann Dich eine normale Pechsträhne aus dem Spiel nehmen.
Drei beliebte Einsatzmodelle
1) Flat Betting (fixer Einsatz)

Du setzt immer gleich (z. B. 5 € pro Tipp). Perfekt, um ruhig zu bleiben und ein Gefühl für Ergebnisse zu bekommen.
2) Prozent-Modell (variabler Einsatz)

Du setzt immer denselben Prozentsatz vom aktuellen Guthaben (z. B. 1–2 %). Das ist eine der beliebtesten Methoden, weil sie sich automatisch anpasst.
3) Stake-System (nach Risiko staffeln)

Du gibst Tipps eine „Stärke“ (z. B. 1–5) und passt die Einsatzhöhe daran an. Das funktioniert nur, wenn Du ehrlich bewertest.
Die häufigste Falle: Verluste „zurückholen“ wollen, indem Du den Einsatz erhöhst.
Das ist genau der Punkt, an dem Bankroll Management kippt und aus Strategie wird Glücksspiel.
Stake-System zum Nachbauen
Hier ein einfaches Praxis-Modell, das du direkt übernehmen kannst:
| Stake | Typischer Tipp | Quote (Orientierung) | Einsatz |
|---|---|---|---|
| 1 | riskant / hoher Varianz | > 3,00 | 0,5% |
| 2 | solide Value-Idee | 2,20–3,00 | 1,0% |
| 3 | guter Tipp | 1,70–2,19 | 1,5% |
| 4 | sehr guter Tipp | 1,40–1,69 | 2,0% |
| 5 | Ausnahme | < 1,40 | max. 2,5% |
Kelly: nur sinnvoll, wenn Du Value berechnen kannst
Die Kelly-Strategie ist ein mathematisches Einsatzmodell. Die Idee:
Du setzt mehr, wenn Du einen klaren Vorteil (Value) siehst und weniger, wenn der Vorteil klein ist.
Kelly nutzt dafür zwei Dinge:
- die Quote
- Deine eigene Einschätzung, wie wahrscheinlich der Tipp wirklich ist
Kurzes Beispiel dazu:
- Quote: 2,10 → der Markt sagt grob: „ca. 48 % Wahrscheinlichkeit“
- Du glaubst nach Analyse: „eher 55 %“
→ Dann wäre das für Kelly ein „Value-Tipp“ und das Modell würde einen Einsatz empfehlen.
Kurz gesagt: Kelly kann stark sein, aber nur, wenn Deine Wahrscheinlichkeiten realistisch sind. Sonst wird es schnell zu aggressiv.
Stop-Loss & Limits: so setzt Du Dir klare Grenzen
Bankroll Management ist nicht nur Einsatzhöhe, sondern auch Kontrolle. Wenn Du merkst, dass Emotionen übernehmen, brauchst Du feste Regeln, die automatisch stoppen.
Hier ist ein einfacher Plan, den Du direkt übernehmen kannst:
Schritt 1: Definiere deine Bankroll (Beispiel: 500 €)
Schritt 2: Lege ein Tageslimit fest:
- z. B. -5 % pro Tag
- bei 500 € wären das 25 € → wenn Du 25 € verloren hast: Pause
Schritt 3: Lege ein Wochenlimit fest
- z. B. -10% pro Woche
- bei 500 € wären das 50 € → wenn Du 50 € verloren hast: Woche stoppen & analysieren
Schritt 4: Kombis kleiner setzen
- z. B. Kombis nur mit 0,5–1 % Einsatz, weil sie deutlich riskanter sind
Schritt 5: Wichtigste Regel überhaupt
Nie nach Verlusten erhöhen, nur um „zurückzukommen“. Genau da kippt Bankroll Management.
Wettjournal
Wenn Du wirklich besser werden willst, tracke Deine Wetten. Es tut zwar weh, seine Verluste schwarz auf weiß zu sehen, ist aber der einzige Weg, um Deine Strategie wirklich auf das nächste Level zu heben.
Hier ein Beispiel, wie wir es im Einsatz haben:
| Datum | Sport/Liga | Markt | Quote | Einsatz | Ergebnis | Notiz |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 22.01. | Bundesliga | Over 2,5 | 1,85 | 10€ | ✅ | Value ok |
| 24.01. | Tennis | Sieg Spieler A | 2,20 | 7€ | ❌ | falsche Einschätzung |
| 26.01. | NBA | Handicap | 1,95 | 8€ | ✅ | gute Line |
Fazit: Stabil wetten statt nachjagen
Bankroll Management ist keine „Geheimstrategie“, sondern die Grundlage für langfristig sauberes Wetten. Wenn Du Deine Einsätze kontrolliert planst, Limits setzt und Deine Ergebnisse nachvollziehbar trackst, triffst Du automatisch bessere Entscheidungen – unabhängig davon, ob eine einzelne Wette gewinnt oder verliert.
Und genauso wichtig: Wetten soll Spaß machen und kontrollierbar bleiben. Setze deshalb nur Geld ein, das Du entbehren kannst, halte Dich an klare Grenzen und mach Pausen, wenn Du merkst, dass Emotionen übernehmen. Mehr dazu findest Du in unserem Bereich Verantwortungsvolles Spielen.
FAQ
Für die meisten ist 1–2% ein sehr guter Standard.
Ja, vor allem, wenn Du Anfänger bist oder gerade Struktur hineinbringen willst.
Nein. Genau das zerstört dein Money Management.
Fixer Einsatz ist einfacher. Prozent-Modell passt sich automatisch an (hoch/runter).
Nur wenn Du Value realistisch berechnen kannst. Sonst ist es zu aggressiv.